| Veranstaltungen des |
| Kulturhistorischen Vereins Ettingen |
| Das Museum ist jeweils von 10:00 bis 12:00 Uhr oder nach Absprache geöffnet. |
| Das Museum ist dieses Jahr 2012 an folgenden Daten geöffnet: |
| 01. Januar | 05. Februar | 04. März |
| 01. April | 06. Mai | 03. Juni |
| 01. Juli | 05. August | 02. September |
| 07. Oktober | 04. November | 02. Dezember |
| Abgabe Fackeln zum Fasnachtsfüür | Sonntag 26. Februar 19.00 Uhr |
| Abgabe Palmen für Palmsonntag | Samstag 31. März 09.00 - 11.00 Uhr |
| Pfingstblitter / Pfingstblütter | Sonntag 27. Mai ab 10.30 Uhr |
| Räbeliechtliumzug | Sonntag 11. November ab 18.00 Uhr |
| Weihnachtsmarkt | Samstag 01. Dezember 10.00 - 18.00 Uhr |
| Generalversammlung | Freitag 11. Mai |
Palmsonntag Am Palmsonntag ist es Brauch mit dem natürlich schönsten und grössten Palmengebinde in der katholischen Kirche zum Gottesdienst zu erscheinen. Wie leuchten doch nicht nur die Kinderaugen beim Einzug vom Pfarreiheim in die Kirche mit den wirklich gelungenen Meisterwerken. Meist sind diese dank vielerlei Hilfe und Gaben - wie z.B. Geschenkbändel vom Grossmami, Draht vom Papi, Aepfel vom Mami, helfende bzw. haltenden Hände während des Bindens... liebevoll entstanden. |
KHV Pfingstblitter / Pfingstblütter Drei Laubbäume auf Mädchenjagd „Am Pfingstmorgen treiben sich seltsame Wesen im Dorf herum. Die Pfingstblitter oder Pfingstblütter teilen ihren Segen mit Brunnenwasser an die Schaulustigen aus und erweisen den Anwesenden durch Verneigen die Reverenz“, wird in alten Büchern berichtet. Dieser, im letzten Jahrhundert verbreitete Fruchtbarkeitsbrauch war im Leimental eingeschlafen. In Ettingen erlebte er bereits eine zweifache Renaissance. Auf Initiative von Emma Stöcklin in den dreissiger Jahren wieder aufgenommen, war er bis in die fünfziger Jahre aus Ettingen nicht mehr wegzudenken. Nach zwanzigjähriger Unterbrechung wurde er 1976 erneut vom Kulturhistorischen Verein wieder aufgegriffen. Ursprünglich tauchten die „Pfingstblitter“ das Laub ins Wasser und bespritzten die heiratsfähigen Mädchen, die auf dem Nachhauseweg aus der Kirche an den Brunnen vorbei spazierten, um sie mit Fruchtbarkeit zu segnen. Der Ettinger Brauch hat sich in seiner Form etwas verändert, schliesslich ist das Verhältnis von Jungen und Mädchen im „heiratsfähigen Alter“ ein anderes, als anno dazumal. Sobald die drei Faune am Pfingstsonntag morgen zwischen 10.30 und 11 Uhr losziehen, wird die Hauptstrasse zum Jagdgebiet. Mädchen und Frauen werden eingefangen und in die Brunnen getaucht. Junge Burschen verfolgen die drei lebendigen Laubbäume dabei geht es schon etwas grober zu und tauchen diese ins kalte Nass. Wir haben für Sie ausserdem an der Hauptstrasse 32 bei Familie Jasmine und Ambros Thüring alles für einen Frühschoppen hergerichtet. Wir freuen uns, auf Ihren Besuch Kulturhistorischer Verein Ettingen |
Räbeliechtli Martinibrauch Nur wenige Heilige sind über alle Konfessionsgrenzen hinweg bei den Christinnen und Christen so beliebt wie jener Martin, den das Volk von Tours im Jahre 371 zu seinem Bischof gewählt hat. Die eindrücklichste Tat geschah freilich noch vor dessen Taufe. Die Überlieferung sagt, dass dieser Martin während seiner ungeliebten Soldatenzeit am Stadttor von Amiens den Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat. Bischof Martin starb am 08. oder 11. November 397. In ganz Europa finden sich Kapellen, Kirchen und sogar Ortschaften, die den Namen des frommen und bescheidenen Helfers tragen. Schon sehr früh wurde er einer der populärsten Heiligen. Der Gedenktag des Bischofs von Tour fällt in die Endzeit des Kirchenjahres. Vermutlich markierte Martini den Beginn einer achtwöchigen Adventszeit, des sog. „Martinifastens“. Deren Schlusspunkt, Epiphanias am 06. Januar, war im frühen Christentum neben Ostern der zweite Tauftermin. Doch nicht nur im Kirchenjahr zeigt das Kalenderblatt am 11. November ein wichtiges Datum an. Es ging an jenem Tag auch ganz weltlich zu und her. Der Martinstag war ein wichtiger Abgaben- und Markttermin. Das rührt freilich von der Jahreszeit her: Die Ernte war eingefahren und konnte, ebenso wie das gemästete Vieh und Geflügel, verkauft werden. Schliesslich bezeichnete der 11. November auch jenen Tag, an dem Verträge erloschen und die Dienstboten wechselten. Mit Martini verbindet sich ein vielfältiges Brauchtum nicht zuletzt auch Lichterbräuche, die ohnehin im Winterhalbjahr sehr beliebt sind. Die Lichter erhellen das Dunkel der kürzer werdenden Tage, selbstredend vertreiben sie auch böse Geister und finstere Gestalten. In dieser Tradition stehen die Räbeliechtli-Umzüge. Die Kindergarten- und Schulkinder ziehen mit ihren selbstgebastelten, ausgehöhlten und kunstvoll geschnitzten Rüben durch die Strassen. Die Herkunft dieses Brauches lässt sich zumindest in der Schweiz nicht eindeutig ermitteln. Sicher ist, dass Räbelichtli im 19. Jahrhundert vornehmlich in der Nord- und Ostschweiz vorkamen. Die unbestrittene Hauptstadt der Räbeliechli ist Richterswil.
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